Steilshoop braucht ein Stadtteilgesundheitszentrum

Das geschlossene MVZ Miamedes ist verkauft worden, aber der neue Betreiber hat bis jetzt die Praxis nicht wieder aufgemacht.
Für die Menschen in Steilshoop bedeutet das…
… dass sie keine Hausärztin mehr finden oder ihre bisherigen verlieren. Es entstehen weite Wege zur Haus- oder Kinderärzt*in – wenn man überhaupt von einer anderen Praxis aufgenommen wird. Darüber hinaus sind die vielen Baustellen für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Gehbehinderung eine besondere Herausforderung. Der Zugang zur medizinischen Behandlung erschwert sich also zunehmend.

Warum gibt es in Steilshoop so wenige Arztpraxen?
Ärztinnen oder MVZ‘s, die einen Kassen-Sitz haben, können überall in Hamburg eine Praxis aufmachen. Neben ihren gesetzlich versicherten Patientinnen können sie auch besserverdienende Privatpatientinnen behandeln. Das ist attraktiv, denn mit Privatpatientinnen kann man viel mehr Geld verdienen. Also ziehen Arztpraxen gerne in die Stadtteile, wo viele Privatversicherte wohnen.
Das ist ungerecht, denn Menschen mit weniger Geld sind auch häufiger krank, sie haben mehr chronische Krankheiten und sie bekommen die typischen „Alterskrankheiten“ wie z.B. Bluthochdruck oft schon früher. Sie brauchen also eine besonders gute Gesundheitsversorgung. Diese Zweiklassen-Medizin will die Linke abschaffen!

Wir fordern:
Alle Menschen haben das Recht auf eine gute und wohnortnahe Versorgung!
Genügend Arztpraxen überall in der Stadt!
Städtisches MVZ jetzt!
Gesundheit braucht mehr – Stadtteilgesundheitszentrum jetzt!
Schluss mit der Zwei-Klassen-Medizin! Eine solidarische Krankenversicherung für alle!
Kein Profit mit unserer Gesundheit!

Deshalb haben wir am Wochenende in Steilshoop an knapp 100 Haus-und Wohnungstüren mit den Nachbarinnen und Nachbarn gesprochen. Die Nachbar:innen berichteten uns über Ängste und Sorgen, die sie mit der fehlenden ärztlichen Versorgung im Stadtteil verbinden „Sie wissen ja, wenn Du arm bist, stirbste früher!“ hörten wir. Aber auch die fehlenden Kinderärzt:innen geben Anlass zur Sorge. „Merkste halt, hier ist nicht Blankenese.“ In diesem Zusammenhang wurde auch die Forderung nach einem kommunalen medizinischen Versorgungszentrum, das nicht im privaten Eigentum ist, von allen unseren Gesprächspartner:innen unterstützt. 

Darüber hinaus hat der Stadtteil aber auch weitere Probleme. Beklagt wurde häufig der Zustand des öffentlichen Raums, mangelnde Einkaufsmöglichkeiten und die Tendenz zur Verwahrlosung, auch von Jugendlichen. 

Wir werden uns weiter für eine bessere ärztliche Versorgung in Steilshoop und bessere Lebensbedingungen im Stadtteil einsetzen! ✊

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