Senat im Corona-Blindflug? Zahl der Intensivpfleger:innen ist unbekannt

Angesichts der Sorgen um eine Überlastung der Hamburger Kliniken in der Corona-Krise hatten wir den Senat in einer schriftlichen kleinen Anfrage nach der Zahl von Pflegefachkräften in der Intensivmedizin gefragt. Laut Senatsantwort hat die Gesundheitsbehörde keine Informationen über diese Zahl. Dabei warnen seit Wochen alle Fachleute davor, dass tatsächlich viel weniger Patient:innen intensivmedizinisch betreut werden können als Intensivbetten in den Kliniken vorhanden sind – weil es nämlich an Personal fehlt.

Dazu erklärt Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es ist unfassbar dilettantisch, dass der Senat keinerlei Kenntnisse über die Anzahl der Pfleger:innen mit intensivmedizinischer Ausbildung hat und er sich nicht einmal die Mühe macht, diese Fakten bei den Krankenhäusern abzufragen. Das ist das genaue Gegenteil von einem guten Krisenmanagement“.

Deniz Celik weist auch auf die angespannte Situation in den Krankenhäusern hin und fordert den Senat auf, zu handeln: „Die Situation ist viel alarmierender als es die reine Bettenzahl glauben macht. Die Ausfälle des Personals in Folge von Infektionen und Krankheiten verschärfen die Situation. Angesichts der noch immer steigenden Zahl von Neu-Infektionen müssen wir jetzt auf die Bremse treten, aufschiebbare, elektive Eingriffe verschieben und so die notwendigen Kapazitäten schaffen. Andernfalls drohen uns Überlastungs-Situationen auf den Intensiv-Stationen.“

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