Öffnungsschritte des Senats: Aufatmen an den Schulen, Ausgangssperre war ein Irrweg

Das Ende der Ausgangssperre, der Regelbetrieb in den Kitas und nach den Ferien der Wechselunterricht in allen Klassenstufen der Schulen und ein erster Plan für die Öffnung anderer Einrichtungen und Angebote: Hamburgs Senat hat mit seinen heutigen Beschlüssen reagiert auf die beständig sinkende Inzidenz-Zahl in der Hansestadt.

Zur Öffnung der Schulen nach den Ferien Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Aus der Perspektive der jungen Menschen, von denen viele seit Monaten im Homeschooling sitzen, ist das ganz gewiss eine frohe Botschaft. Viele Schulleitungen, Eltern und Sozialpädagog:innen erwarten diesen Schritt schon lange. Ein Jahr lang hat Schulsenator Ties Rabe rein gar nichts unternommen, um Kinder und Jugendliche aus diesem Lockdown abzuholen – die Schulen sind nicht infektionssicher gemacht worden: keine CO2-Ampeln, keine Luftfilter. Digitalisierung ist ein Sparmodell. Immer wieder haben wir vorgeschlagen, leerstehende Theater, Museen und Kinos für soziales Miteinander zu nutzen und den schulischen Druck rauszunehmen. Auch den heutigen Vorschlag der Elternkammer auf Verlängerung dieses Schuljahres begrüße ich sehr. Er berücksichtigt die besondere Zeit der Belastung und Überbeanspruchung und macht deutlich, dass Schule gerade auch in der post-pandemischen Zeit mehr sein muss als reiner Fachunterricht.“

Boeddinghaus mahnt zur Umsicht bei der Öffnung der Schulen: Die Präsenzpflicht müsse bis zum Ferienbeginn aufgehoben bleiben, die Anwesenheit  freiwillig sein, das Testen verlässlich stattfinden, das Impfen für alle Schulbeschäftigte schnell voran gehen und vor allem müsse der Fokus auf der Begegnung und dem Austausch liegen und nicht auf dem Stoffpauken. Sabine Boeddinghaus: „Hilfreich wäre die Einberufung eines Kindergipfels unter Beteiligung der jungen Menschen selbst, von Expert:innen aus den Erziehungs- und Gesundheitswissenschaften, den Schulgemeinschaften und den Kammern. Auch wenn wir jetzt angesichts der erfreulichen Inzidenz-Werte langsam Luft holen können, muss doch allen klar sein, dass die Folgen dieser Krise für unsere Kinder und Jugendlichen enorm sind und kluge und nachhaltige Lösungen brauchen.“

Zu den weiteren angekündigten Öffnungsschritten Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion:  „Es ist gut, dass der Irrweg der Ausgangssperren in den nächsten Tagen ein Ende findet. Alle Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Menschen in beengten Wohnverhältnissen und bei der Präsenzarbeit ein höheres Infektionsrisiko haben. Deshalb dürfen sie nicht weiter in Innenräume zusammengedrängt werden. Dort wo die Infektionsgefahr sehr gering ist, nämlich beim Aufenthalt im Freien, müssen schneller als jetzt vom Senat vorgesehen die Einschränkungen – wie etwa die Maskenpflicht beim Joggen oder auf Spielplätzen – aufgehoben werden. Gleichzeitig brauchen wir endlich eine echte Impfoffensive für Menschen, die sich aufgrund von prekären Wohn- und Arbeitsverhältnissen weniger gut schützen können.“

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