techniker zur Bürgerschaftswahl 2020: Interview mit Deniz Celik

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TK: Gesundheitspolitische Themen sind oftmals nicht im Fokus des Wahlkampfes. Warum engagieren Sie sich persönlich im Bereich Gesundheitspolitik?

Deniz Celik: Ich finde es sehr bedauerlich, dass Gesundheitsthemen nicht stärkere Aufmerksamkeit bekommen. Dabei liegen Themen wie z. B. der Pflegenotstand, Sperrung von Notaufnahmen und Stationen sowie die damit verbundene Gefahr für Patienten auf der Hand.

Ich engagiere mich im Bereich Gesundheitspolitik, weil eine gute Gesundheitsversorgung systemrelevant ist und im äußersten Fall über Leben und Tod entscheidet. Mir macht die zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung im Gesundheitswesen große Sorgen. Ich möchte nicht, dass wirtschaftliche Interessen ausschlaggebend für die medizinische Behandlung sind und dabei eine Gefährdung der Patienten in Kauf genommen wird. Gesundheit darf keine Ware sein und deshalb setze ich mich dafür ein, dass wir eine solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung bekommen, in dem die Bedarfe der Patienten im Mittelpunkt stehen.

TK: Welche gesundheitspolitischen Schwerpunkte möchte die LINKE in der nächsten Legislaturperiode setzen?

Celik: Wir möchten uns für eine verbindliche Personalbemessung und gute Arbeitsbedingungen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen einsetzen. Zudem fordern wir, dass die privatisierten Krankenhäuser wieder zurück in den Besitz der Stadt überführt werden müssen. Außerdem möchten wir uns weiterhin für eine kleinräumige Bedarfsplanung, die die soziale Belastung und Krankheitsraten berücksichtigt, einsetzen, damit alle Stadtteile mit ausreichend Haus-, Kinder- und Fachärzten versorgt sind. Wir fordern in unterversorgten Stadtteilen den Aufbau von kommunalen bzw. gemeinwohlorientierten Gesundheitszentren. Damit pflegebedürftige Menschen finanziell entlastet werden, brauchen wir die Wiedereinführung eines Pflegewohngeldes zur Übernahme der Investitionskosten in stationären Pflegeeinrichtungen. Und zur Bekämpfung der Ungleichheit der Gesundheitschancen brauchen wir eine ressortübergreifende Strategie und mehr Anstrengungen im Bereich der Verhältnisprävention.

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